Das nachfolgende Interview wurde im Diskussionsforum „Muslime und Atheisten – sachliches Diskussionsforum“ geführt. Es zeigt eine interessante Fallstudie einer jungen Frau, die zum Islam konvertiert ist und ihn anschließend wieder verlassen hat, weil er ihren Werteorientierungen zuwider war.

Sabine Nuhr:
Herzlich willkommen Miriam, schön dass du die Einladung zum Interview angenommen hast. Magst du uns zunächst kurz etwas zu deiner Person erzählen? Natürlich nur, was du möchtest.

Miriam Thérèse Sofin:
Guten Abend. Nun, ich bin 31 Jahre alt und arbeite derzeitig in der Erwachsenenbildung mit Langzeitarbeitslosen, also im sozialen Bereich. Das bereitet mir viel Freude, denn ich würde sagen, dass ich eine sehr ausgeprägte soziale Seite habe. Soziale Gerechtigkeit liegt mir sehr am Herzen und eine Gesellschaft zu erreichen, die für die aller meisten Menschen zu Sicherheit, Frieden und Wohlstand führt. Ich bin auch definitiv eine Suchende (was mir ja gern vorgeworfen wird). Ich versuche immer offen für alle Seiten und Argumente zu bleiben und mich weiterzuentwickeln. In den letzten Jahren wurde ich zunehmend politisch interessiert, was mich auch religiös stark beeinflusst hat. Auch hab ich den Glauben an Gott nicht völlig aufgegeben, ich denke manche haben diese spirituelle Haltung eben und andere widerum nicht. Glauben kann man niemandem aufzwingen oder durch Gewalt abnehmen. Ich finde die Vorstellung eines (liebenden) Gottes sehr schön. Ich hoffe, es gibt ihn. Für meine Lebensführung ist dies aber nicht von Bedeutung. Meine Werte ändern sich durch die Frage nach Gottes Existenz nicht.

Sabine Nuhr:
Wie bist du, als junge Frau, zum Islam gekommen, wann und wie bist du konvertiert?

Miriam Thérèse Sofin:
Ich bin Anfang 2012 konvertiert für mich allein in meinem Zuhause. Ich habe die Shahada damals, glaube ich, in YouTube angehört und nachgesprochen. Bin dann aber auch regelmäßig in eine deutschsprachige Moschee gegangen. Eine sunnitische. Mich zogen die traditionellen Werte zum Islam. Ich erlebte in meiner Generation und allgemein in der Gesellschaft einen starken Werteverfall. Ich sehnte mich nach einer geistigen Heimat und einem traditionellen Familienleben, ich empfand den Islam als logisch und den reinen Monotheismus sinnvoller als die Dreifaltigkeit im Christentum. Ich empfand die Vorstellung schlüssig, dass das Leben eine Prüfung ist, denn so empfand ich mein Leben auch mehrheitlich. Ich fand die Vorstellung, dass eines Tages jede Ungerechtigkeit ausgeglichen wird (am jüngsten Tag) tröstlich. Dass alle, die im Diesseits unterdrückt und verletzt wurden, im Jenseits Gerechtigkeit und Versöhnung/Widergutmachung erfahren. Ich glaube an die Ehe und ihre „Heiligkeit“, ich glaube daran, dass Abstinenz von Suchtmitteln der richtige Weg ist, auch wenn ich da noch nicht selbst ganz angekommen bin. Viele Werte und Tugenden, die man dem Islam zuschreibt, vertrete ich nach wie vor. Wenn da nicht auch die andere Seite dieser Religion wäre…

Sabine Nuhr:
Wie hat dein bisheriges Umfeld, Eltern, Freunde, Bekannte darauf reagiert?

Miriam Thérèse Sofin:
Meine Eltern waren entsetzt, haben mich aber machen lassen und waren dann beruhigt, als sie gesehen haben, dass ich mich nicht radikalisiert habe. Ich hab mich nicht groß verändert, war vorislamisch auch schon eine Stubenhockerin, anstatt in Clubs zu dancen. Ich habe angefangen, mich bedeckter zu kleiden, aber das war es auch schon an sichtbaren Veränderungen. Ich hatte damals ja hauptsächlich muslimische Freunde, die haben sich natürlich gefreut. In Frankfurt am Main ist es gar nicht so „exotisch“ zum Islam zu konvertieren. Hier gibt es definitv mehr Muslime als Christen. Man hat also im Freundeskreis schon viele Muslime und ist mit dieser Religion täglich in Berührung.

Sabine Nuhr:
Wie war die Umstellung, und wie hast du die Zeit als Muslima erlebt? Hattest du schöne Momente, vielleicht Gefühle der Geborgenheit und Zusammengehörigkeit erlebt?

Miriam Thérèse Sofin:
Natürlich! Ein Moscheebesuch war immer etwas sehr Schönes für mich, vor allem wenn mein Lieblibgsprediger die Khutba (Freitagspredigt) hielt. Ich empfinde diesem Prediger gegenüber auch nach wie vor nichts als Sympathie und Liebe. Aber auch er würde es nie akzeptieren, wenn sein Sohn schwul wäre (es ausleben würde, also einen Partner hätte), oder seine Tochter einen Juden oder Christen heiraten wollen würde. Diese Intoleranz kritisiere ich. Im Gebet hab ich auch oft Trost und Halt gefunden. Wenn der Islam nicht auch schöne Seiten hätte, wäre ich ja nicht so lange dabei geblieben. Die hat er natürlich, ich finde aber die negativen Aspekte so gravierend, dass sie mit den positiven nicht ausgeglichen werden können.

Sabine Nuhr:
Gab es eigentlich ein besonderes Ereignis was dich überzeugt hat zum Islam zu konvertieren?
Vielleicht ein Gepräch mit Freunden, oder ein anderer Moment?

Miriam Thérèse Sofin:
Nein, Gespräche mit Muslimen, pro islamische Literatur, den Stellenwert der Ehe und Familie im Islam und der reine Monotheismus waren ausschlaggebende Faktoren. Mit den negativen Aspekten habe ich mich gar nicht erst befasst. Ich las auch zuerst gar nicht die islamischen Urquellen, sondern erst mal Bücher ÜBER den Islam. Und diverse YouTube-Videos durften natürlich auch nicht fehlen. Ich habe mich damals einfach sehr einseitig informiert. Ein Teil von mir will auch diesen schönen Islam zurück, den ich mir gebastelt habe. Aber der existiert nicht. Nicht in der Realität. Der Islam ist für mich das, was im Qu’ran steht und in den Hadith-Werken. Letztere habe ich ja bereits 2015 begonnen abzulehnen, ich verließ also das Sunnitentum. Da wurde ich von den allermeisten Sunnitischen Muslimen schon als Kafira (Ungläubige) bezeichnet und überhaupt nicht mehr akzeptiert, obwohl ich mich noch als Muslimin sah.

Sabine Nuhr:
Hast du fest an Allah geglaubt, hattest du zunächst keine Zweifel an seiner Existenz?

Miriam Thérèse Sofin:
Ja, natürlich. Wie gesagt glaube ich ja immer noch an Gott. Nur glaube ich nicht mehr daran, dass der Qu’ran Gottes Wort ist. Ich tendiere im Moment zum Deismus. Und ich bestehe auch nicht darauf, dass es Gott gibt. Ich bin nur ein Mensch, ich maße mir nicht an, irgendwas über Gott und das Jenseits sagen zu können.

Sabine Nuhr:
Wie ist die Stimmung unter Muslimen, ist ein starker Gruppenzusammenhalt spürbar? Hat dir die Zugehörigkeit Kraft und ein gutes Gefühl gegeben?

Miriam Thérèse Sofin:
Ich glaube eine Religion, die sich so stark in das Privatleben seiner Anhänger einmischt und deren Leben so dominiert, kann ohne Gruppenzwang und die Hölle gar nicht existieren. Ich hatte auch dermaßen Angst vor der Hölle, dass es mich psychisch enorm belastet hat. Auch mit dem Wissen zu leben, dass meine Familie, meine nicht-muslimischen Freunde und allgemein all meine anders- oder ungläubigen Mitmenschen im Jenseits Folter ausgesetzt sein werden, hat mich unglaublich bedrückt. Deswegen missioniert man ja auch als überzeugter Muslim, um die Menschen aus der Hölle zu erretten. Sehr schlimm war es auch, als mein Großvater starb, der mir einfach ein wundervoller Opa war. Ich hatte versucht, ihn vor seinem Tod noch zum Islam zu bringen, es aber nicht geschafft.

Sabine Nuhr:
Wie wird intern über heikle Themen gesprochen, über Ungläubige, Atheisten, Juden, Homosexuelle usw.? Wie ist die Stellung der Frau?

Miriam Thérèse Sofin:
Intern wird definitv anders gesprochen, als mit „Ungläubigen“. Natürlich trifft das nicht auf alle Muslime zu, es gibt ja auch Menschen, wie mich früher, die sich für eine liberalere Auslegung des Islams einsetzen – die werden aber vom Mainstream Islam bekämpft. Siehe Mouhanad Khorchide. So sieht es leider nun mal aus. Und wenn ich von Muslimen spreche, dann von den praktizierenden, die ihre Religion ernst nehmen. Meine Erfahrung ist, dass diese mehrheitlich eine islamische Gesetzgebung favorisieren. Antisemitismus ist leider auch weit verbreitet, von Homos hält man nix und von Atheisten auch nicht. Was soll man auch als Muslim von ihnen halten, wenn Allah im Qu’ran seinen grenzenlosen Zorn und Hass ihnen gegenüber zum Ausdruck bringt? Er hasst sie so sehr, dass er sie in seiner Folterhölle leiden lassen wird, dabei hat er selbst ja diese Menschen erschaffen. Ich finde ja, dass das Konzept der Hölle einem barmherzigen Schöpfergott widerspricht, ganz egal, wer da reinkommt. Aber Menschen auch noch auf Grund ihres „falschen“ oder fehlenden Glaubens zu verbrennen, macht es noch schlimmer. Ein Muslim sagte mir mal: „Ein schlechter Muslim ist besser, als der beste Kafir“. Das sehe ich nicht so. Für mich sind alle Menschen gleichwertig und bewerten werde ich sie nach ihren Taten und der Qualität ihres Charakters und nicht danach, welchen Gott sie anbeten.

Sabine Nuhr:
Weltweit streben viele Muslime an, dass muslimische Regeln und Gesetze allgemeingültig sind (totalitäres Denken), so wollen laut einer PEW- Studie über 70% der Muslime, dass die Scharia herrscht. Wie sehen dass die Muslime, mit denen du in der Moschee/Gemeinde zu tun hattest?

Miriam Thérèse Sofin:
Das Problem am Islam ist, dass er gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit hervorbringt. Ich bin auch deshalb ausgetreten, weil ich diesen Hass und auch die verbreitete Angst nicht mehr ertragen habe. Eine Religion, die mich nicht tröstet, sondern mir Angst macht, erfüllt ihren Zweck nicht. Ich habe mich total gefreut, als die Ehe für homosexuelle Paare geöffnet wurde. Da habe ich gemerkt, dass ich mich über etwas freue, was in meiner Religion total „haram“ ist. Das passte nicht zusammen. Die Menschenrechte zu vertreten, links wählen und Muslimin sein, das hat nicht gepasst. Das war inkonsequent und unehrlich von mir. Ich kenne keinen Muslim – und nochmal: ich spreche von praktizierenden Muslimen, der eine islamische Gesetzgebung im Rahmen eines legitimen islamischen Staates ablehnt. Auch als der IS wütete, traf ich fast nur Muslime, die zwar das Khalifat unter Bagdadi ablehnten, aber nicht die Idee eines islamischen Khalifats an sich. Ich hielt es da immer wie die Ahmadiyya Gemeinde, die ein Khalifat als rein spirituelles Konstrukt ansieht und für einen säkularen Staat einsteht. Die Ahmadis werden ja aber auch vom Mainstream Islam nicht einmal als Muslime anerkannt. Die Intoleranten sind einfach leider in der Mehrheit.

Sabine Nuhr:
Wann begannen die Zweifel, gab es ein besonderes Erlebnis?

Miriam Thérèse Sofin:
Es war eine Mischung aus den Begegnungen mit anderen Muslimen, dem politischen Geschehen rund um den IS und das Nachlesen und -forschen in islamischen Quellen. Ich habe auch mit dem oben erwähnten Imam gesprochen, da die Zweifel natürlich Angst machten und ich auf Erklärungen hoffte. Leider wurde mir als Antwort, warum im Islam Sklaverei als erlaubt gilt und warum Mohammed selbst Konkubinen halten konnte, ob das nicht Vergewaltigung sei und Ehebruch ja sowieso, nur erklärt, dass Vergewaltigung natürlich als verboten gilt, sexuelle Beziehungen aber, die auf Freiwilligkeit zwischen Sklavin und Herren beruhen, erlaubt sind. Da frage ich mich aber, welche Frau, die im Krieg gefangen genommen und verschleppt wurde, den Wunsch nach Geschlechtsverkehr mit ihrem Sklavenhalter verspürt. Das würde ich mal ausschließen. Auch die Aussage, dass das damals üblich war, befriedigt mich nicht, denn vom Propheten Gottes etwarte ich einfach Besseres. Ich gehe davon aus, dass Gott gut ist und Sklaverei und sexuellen Missbrauch nicht als etwas Erlaubtes bezeichnet. Dann lehnte ich die Hadith-Bücher ab, in denen oben beschriebenes Szenario steht und andere Greultaten stehen. Ich finde nach wie vor die Ahadith schlimmer und gefährlicher als den Qu’ran. Als nur-Qu’ran-Muslima fuhr ich dann eine Weile ganz gut. Aber auch da musste ich eine Menge Verse gewaltig uminterpretieren oder verdrängen, die auch im Qu’ran vorhanden sind. Im Endeffekt sehe ich im Islam ein menschengemachtes System seiner Zeit. Zur damaligen Zeit brachte der Islam auch sicher einen Fortschritt, Sklaven sollten z.B. besser behandelt, ordentlich gekleidet und versorgt werden, Frauen erhielten mehr Rechte. Aber heutzutage sind wir weiter, wir halten keine Sklaven mehr und Frauen sind Männern rechtlich gleichgestellt.

Sabine Nuhr:
Viele Ex-Muslime berichten, dass sie nach dem Ausstieg „in ein tiefes Loch“ gefallen sind, sie fühlten sich lange orientierungs- und haltlos, da sie ihr bisheriges Umfeld komplett verlieren. In vielen Fällen sogar die eigene Familie. Ist das bei dir auch so gewesen?

Miriam Thérèse Sofin:
Nein, ich hab mich von Menschen distanziert, die andere und sich selbst als höher- oder minderwertig betrachten auf Grund ihres (Un-)Glaubens. Ich bin lieber mit Menschen zusammen, die positive und konstruktive Dinge diskutieren, als wie man islamisch korrekt eine Frau schlagen darf oder ob Christen und Juden auch in’s Paradies kommen können. Ich lese jetzt viele Bücher über Politik, Philosophie und hab einen ganz anderen Blick auf die Welt. Ich versuche weniger Angst zu haben und Gott wieder als einen liebenden Schöpfer zu sehen und nicht als einen Tyrannen. Ich habe zwar jetzt keine neue Religion, aber wie gesagt, der Glaube oder der Wunsch danach ist bei mir einfach vorhanden. Wichtig ist mir, dass die Menschenrechte geschützt und erhalten werden, denn sie sind nicht selbstverständlich, man muss sie verteidigen. Den wachsenden Islamismus sehe ich als Gefahr, nicht minder gefährlich, wie die wachsende Fremdenfeindlichkeit. Islamisten sind eh Nazis im islamischen Gewandt, es sind Faschisten.
Mir fehlt der Islam manchmal, aber ich fühle mich auch erleichtert, da raus zu sein. Ich muss nicht mehr ständig Dogmen mit meinem Gewissen vereinbaren, die mir Bauchweh machen. Ich bete trotzdem noch, wenn mir danach ist. Da meine Familie nicht Muslime sind und ich nur zu meiner Schwester und meinem Vater engen Kontakt habe, ist das für sie kein Problem. Im Gegenteil sind sie froh, dass mir ein Licht aufgegangen ist. Freunde, die ideologisch zu weit von mir auseinanderklaffen, die homosexuellen Menschen ihre Rechte abstreiten wollen, „Ungläubige“ als minderwertige Menschen betrachten, Körperstrafen gutheißen etc., vermisse ich nicht.

Sabine Nuhr
Bei Religionen und Sekten ist es üblich dass Aussteiger von den Mitgliedern zum Teil heftig diffamiert, angegriffen und unter Druck gesetzt werden.  Oftmals werden Aussteiger mit der „Nazikeule“ angegriffen, bei Frauen wird auch oft die „Schlampenkeule“ gezogen und besonders signifikant: Den Aussteigern wird plötzlich jegliche Kompetenz bezüglich der Sekte/Religion abgeschrieben. Den Aussteigern wird beispielsweise gesagt: „ Du hast den Islam nicht verstanden“, „du hast dich von Atheisten verführen lassen“. War das bei dir auch so?

Miriam Thérèse Sofin:
Ja zu allen genannten Punkten. Ich bin aber ein Sturkopf und wenn ich an eine Sache glaube, dann stehe ich auch dazu. Genauso, wenn ich an eine Sache nicht mehr glaube! Das muss man auch, gerade der Islam ist so schlimm, was Kritik betrifft, dass man ja schon in Deutschland unter Polizeischutz leben muss, wenn man sich öffentlich gegen ihn ausspricht. Das ist ein absolutes Unding. Muslime sollen sich wie alle anderen Religionsanhänger daran gewöhnen, dass nicht alle ihre Religion schön finden. Zumal nach wie vor Frauen versklavt und vergewaltigt und Menschen ermordet werden im Namen dieser Religion. Das passiert ja alles ganz real. Man sollte sich dann doch mal anfangen zu fragen, wie das alles passieren kann und die islamischen Quellen kritisch betrachten und hinterfragen. Es ist nicht leicht, aber möglich und vor allem ist es notwendig. Ich höre immer wieder, dass der Islam perfekt sei, nur die Muslime nicht. Aber das stimmt einfach nicht. Der Islam hat gute und schlechte Seiten, perfekt ist echt anders.

Sabine Nuhr:
Was würdest du Muslimen raten, die Zweifel am Glaubenssystem Islam haben, mit dem Gedanken spielen auszusteigen, sich aber aus genannten Gründen nicht trauen?

Miriam Thérèse Sofin:
Keine Angst vor dem Denken zu haben, zu lesen und Fragen zu stellen. Ich kann aber zu 100% verstehen, dass man nicht mal eben den Islam verlässt, wenn man in eine muslimische Familie geboren wurde. Denn in der Tat gibt es Familien, die ihr eigenes Kind dann verstoßen würden. Das ist so traurig und mir tut jeder Betroffene sehr Leid. In so einem Fall würde ich raten, das Thema Religion in der Familie zu meiden und das nur für sich zu entscheiden. Und vor allem die eigenen Kinder dann frei aufwachsen zu lassen.

Sabine Nuhr:
Letzte Frage, wie geht es dir so im Moment und was denkst du bringt die Zukunft für dich?

Miriam Thérèse Sofin:
Ich hoffe, dass ich mich mit dem Thema nicht mehr allzu viel herumschlagen muss und mir einen Freundeskreis mit Menschen weiter ausbauen kann, für die die Einhaltung der Menschenrechte nicht zur Diskussion steht, egal, was in einem „heiligen Buch“ steht. Ich bin etwas traurig, weil man desillusioniert ist, wenn das eigene Glaubenskonstrukt zusammenfällt. Aber ich versuche aus jeder Erfahrung und Zeit meines Lebens ein oder zwei Lehren mitzunehmen und das gehört eben alles zum Leben dazu. Man verändert und entwickelt sich permanent und ich hoffe doch, dass ich noch lange nicht fertig bin.

4 Kommentare
  1. Mohammed Schmidt
    Mohammed Schmidt sagte:

    Interessanter Beitrag!
    Mal so (nicht ganz) völlig am Thema vorbei: Wie wäre es mit einem Beitrag zum Thema (moderner) Feminismus?

    Antworten
  2. Ajnabi
    Ajnabi sagte:

    Sehr schwach. Sie hat leider nicht Gott erfahren, sondern Menschen die meinen alle Lebewesen zu hassen, die nicht nach der islamischen Lebensweise leben. Die Einstellung dieser Menschen hat die Dame auf Gott projiziert, der unbedingt jeden Sünder, Ungläubigen etc. vernichten und nach Ihrer Erfahrung, Gefallen daran finden soll. Frau Nuhr hat leider nicht erfahren können, welch einen wunderbaren Gott wir haben. Gott sagt im Koran „nicht wir Taten Ihnen Unrecht, sie selbst handelten Unrecht.“. Nach reiflicher Überlegung und bitteren Erfahrungen ist dies die Wahrheit. Der Islam wird obsiegen. Nicht mit dem Schwert, sondern durch das rechtschaffene Werk derjenigen, die Gott und die wunderbare Lehre des Islam von Allah selbst erfahren haben.

    Antworten
    • Dirk Dirksen
      Dirk Dirksen sagte:

      Die Dame kann wunderbar reflektieren und emanzipiert denken. Das Diktat einer Religion wie dem Islam steht dem absolutistisch entgegen, im Zweifel mit Abwertung. Man kann dieses leider erschreckend kritikunfähige Dogma im Kommentar von „Ajnabi“ sehr plakativ erkennen.

      Antworten
    • Karsten H.
      Karsten H. sagte:

      Oh ja. Ich habe mal beispielhaft ein paar Suren der „wunderbaren Lehren des Islams“ aus dem Koran ausgewählt, derer es etlich gibt:

      4:56
      Diejenigen, die nicht an Unsere Zeichen glauben, die werden Wir im Feuer brennen lassen: Sooft ihre Haut verbrannt ist, geben Wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe kosten. Wahrlich, Allah ist Allmächtig, Allweise.

      4:76
      „Wer da glaubt, kämpft in Allahs Weg, und wer da nicht glaubt, kämpft im Weg des Tagut. So bekämpfet des Satans Freunde.” (Als Freunde Satans sind die Ungläubigen gemeint)

      4:78
      Wo auch immer ihr seid, der Tod ereilt euch doch, und wäret ihr in hohen Burgen.

      4:89
      Und wenn sie sich abwenden und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken, dann greift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet, und nehmt euch niemand von ihnen zum Beschützer oder Helfer!

      4:104
      Und erlahmet nicht in der Verfolgung des Volkes der Ungläubigen!

      5:33: (Dieser Vers stand auf dem Zettel, den der Mörder Bouyeri mit einem Messer an die Brust seines Opfers Theo van Gogh geheftet hatte)
      Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, daß sie getötet oder gekreuzigt werden oder daß ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder daß sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.

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