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Religion als Integrationshemmnis

Im Rahmen einer Studie des WZB versuchte Ruud Koopmans herauszufinden, warum Muslime in ganz Europa zu den Schlusslichtern auf dem Arbeitsmarkt zählen. Er führte eine Umfrage mit 7000 Personen in sechs europäischen Ländern durch.

Ergebnis: Nicht die ethnische Diskriminierung und der Rassismus gegenüber Muslimen seien die Hauptgründe für die ausbleibende Integration, sondern vor allem soziokulturelle Faktoren. Fehlende Sprachkenntnisse, ausbleibende interethnische Kontakte und religiöse Wertvorstellungen sind laut Koopmans die entscheidenderen Barrieren für den Arbeitsmarkt.

Beispielsweise ist es kein Geheimnis, dass ca. 1/3 der Berufe über Freunde und Bekannte vermittelt werden (Vitamin B) und der Großteil der Arbeitgeber der Mehrheitsgesellschaft angehört. Eine hohe soziokulturelle Assimilation wirkt sich demnach positiv auf die Arbeitsmarktbeteiligung aus.

Insbesondere muslimische Frauen arbeiten selten, was laut Autor auf traditionelle Wertvorstellungen über die Rolle der Frau zurückzuführen ist.
Diese Wertvorstellungen dürften bei vielen Muslimen stark religiös geprägt sein. Auch die beschränkenden Verhaltensregeln für den Kontakt mit Anders- oder Nichtgläubigen und in gemischtgeschlechtlichen Kontexten geben Grund zum Anlass, dass die Religion den Kontakt zur Mehrheitsgesellschaft erschwert und Integration dadurch massiv erschwert.

Die Ergebnisse der Studie machen die besondere Dringlichkeit einer Integrationspolitik deutlich, die auf die sozio-kulturelle Annäherung und Bildung abzielt.
Vor allem in Bildungseinrichtungen muss ein Austausch stattfinden, der sprachliche Defizite kompensiert, traditionelle und konservative Rollenbilder kritisiert und interethnische Freundschaften fördert. Gleichzeitig müssen konservative Islamverbände durch ein (noch zu etablierendes) Islamgesetz kontrolliert, Hassprediger ausgewiesen und der Islamunterricht an den Schulen durch einen Ethikunterricht für alle Kinder ersetzt werden.

Hoffentlich werden diese Schritte und andere Ideen politisch bald diskutiert, anstatt das Problem wie üblich kleinzureden. Einem gemeinsamen Europa kommen wir so nämlich nicht näher.

Die Studie im Volltext ist unter folgendem Link abrufbar:
http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/1369183X.2015.1082903

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